Künstlersozialkasse

Künstlersozialkasse

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist mittlerweile für unsere Vereine zu einem wichtigen Thema geworden. Vor allem besteht häufig ein großer Unsicherheit bezüglich der gesetzlichen Verpflichtungen.

Zu Beginn eine kurze Einführung

Dabei gilt ein Grundsatz: Die Künstlersozialkasse ist eine Sozialversicherung für freiberuflich tätige Künstler jeder Art. Darunter fallen etwa Musiker genauso wie Publizisten; aber auch Maler oder Bildhauer. Die Künstler bekommen damit eine soziale Mindestsicherung, die sie ansonsten nicht haben würden. Das betrifft die Kranken- und Pflegeversicherung und die Rentenversicherung. Die Künstler werden normalen Arbeitnehmern gleichgestellt. Es handelt sich übrigens wie bei Arbeitern und Angestellten um eine Pflichtversicherung. Die Beiträge in der KSK orientieren sich an der Einkommenshöhe des versicherten Künstlers. Es gelten also die gleichen Regeln wie in den anderen gesetzlichen Sozialversicherungen auch. Die Finanzierung der KSK erfolgt über Abgaben der Institutionen, die in diesem Markt tätig sind und/oder Künstler beschäftigen.

Dazu kommt ein Zuschuss des Staates. Es handelt sich um ein Solidarsystem zwischen Anbietern und Beschäftigten. Zu diesen Institutionen gehören auch Musikvereine.

Künstlersozialkasse und Ausgleichsvereinigung (AV)

Unser Dachverband, die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BDMV), hat mit der Künstlersozialkasse eine Ausgleichsvereinigung (AV) gegründet. Dieser AV beitreten können nur Landesverbände und im Falle des VMB NRW auch die Kreismusikverbände, jedoch nicht einzelne Musikvereine.

Die Musikvereine erhalten durch die AV mehr Rechtssicherheit, denn Überprüfungen durch die Künstlersozialkasse (KSK) oder die Deutsche Rentenversicherung wird es, auch für die Vergangenheit, dann nicht mehr geben. Durch einen Pauschalbeitrag, den der beitretende beispielsweise Kreismusikverband zu entrichten hat, sind alle Musikvereine des Kreismusikverbandes abgesichert.

Der Pauschalbeitrag bemisst sich nach der gemeldeten Zahl an Aktiven zwischen 7 (sieben) und 18 (achtzehn) Jahren in den Vereinen und beträgt pro Kopf rund 1 Euro.

Künstlersozialabgabepflicht von Musikvereinen

Als besonders zu berücksichtigendes Kriterium wird die Anzahl der in Ausbildung befindlichen Jungmusiker*innen herangeführt. Danach verfährt die Künstlersozialkasse und die Deutsche Rentenversicherung wie folgt:

  1. Werden in Musikvereinen nicht mehr als 20 Schüler unterrichtet, ist davon auszugehen, dass dem Grunde nach keine Abgabepflicht nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 KSVG besteht.
  2. Werden mehr als 20, aber weniger als 61 Schüler unterrichtet, wird vermutet, dass dem Grunde nach keine Abgabepflicht nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 KSVG besteht, wenn der Musikverein keinem Ausbilder eine höhere Vergütung als 2.400 EUR pro Jahr zahlt. Erhält nur ein Ausbilder eine höhere Vergütung, entscheidet die Künstlersozialkasse im Einzelfall, ob ein Prüfverfahren eingeleitet wird.
  3. Werden mehr als 60 Schüler unterrichtet, wird die Abgabepflicht des Musikvereins unter Berücksichtigung des Gesamtbildes der Ausbildungseinrichtung und ihres möglichen Charakters als abgabepflichtige Musikschule im Einzelfall geprüft.

Informationsschrift Nr. 12 – 01.2015
– Herausgeber: Künstlersozialkasse

Der Beitritt zur Ausgleichsvereinigung sowie die Pauschalzahlungen müssen über die BDMV laufen. Der Ansprechpartner hierzu ist der Geschäftsführer Johannes Wollasch:
Johannes Wollasch
Telefon: (0 711) 67 21 12 – 81
E-Mail: Wollasch@bdmv-online.de